Stadt Münnerstadt Stadt Münnerstadt

Stadt Münnerstadt

Muennerstadt_JubLogo_CMYK_quer.jpg

Historisches

1250 Jahre Münnerstadt

Überblick über die Stadtgeschichte

Am 28. Dezember 770 schenkte laut einer entsprechenden Urkunde ein adliges Paar namens Egi und Sigihilt dem Kloster Fulda Landbesitz in „Munirihestat“ und Halsheim. Dies ist die älteste bekannte Nennung des Namens Münnerstadt und der Startschuss für 1250 spannende Jahre mit einigen Höhen und Tiefen. Bis heute trifft man in Münnerstadt immer wieder auf die Spuren dieser langen Geschichte.

Die ursprüngliche Siedlung, die ihren Namen von einem Mann namens Munirich hatte, lag nordwestlich der heutigen Münnerstädter Altstadt. An diesem Ort siedelten bereits seit der Steinzeit Menschen. Wann der Munirih lebte, der der Siedlung seinen Namen gab, ist unbekannt, mit Sicherheit bereits jedoch einige Zeit vor der ersten Erwähnung im Jahr 770.

Unweit von dieser Siedlung errichteten die Grafen von Henneberg spätestens im 12. Jahrhundert eine Burg – auf dem niedrigen Hügel, auf dem heute die Münnerstädter Zehntscheune steht. Um die Burg herum entstand eine Siedlung, die von den Hennebergern im 13. Jahrhundert zur Stadt ausgebaut wurde und den Namen Münnerstadt übernahm.

Die Stadtmauer mit den Toren wurde in dieser Zeit errichtet, ebenso die Stadtpfarrkirche. Der Deutsche Orden gründete eine Niederlassung und übernahm die Seelsorge für das Städtchen. Dazu gehörte auch der Unterhalt eines Spitals, einer Lateinschule sowie eines Armenhauses. Gleich neben der Kirche errichtete er sein Ordenshaus mit mehreren Wirtschaftsgebäuden, heute Sitz des städtischen Henneberg-Museums und der Touristeninformation.

Bereits 1279 folgten die Augustiner als zweite Ordensgemeinschaft in Münnerstadt und errichteten ihr Kloster, das bis heute besteht.

Im Jahr 1335 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer dem Ort die Stadtrechte. Nun begann die große Zeit der Stadt, die dank des blühenden Handwerks und der Förderung durch die Henneberger zu sprichwörtlichem Wohlstand gelangte: „Mürscht hat’s Geld“ heißt es im Rhöner Kreis, einem Reim über die 9 Städte der fränkischen Rhön.

Der Reichtum Münnerstadts lässt sich an den Gebäuden und Kunstwerken aus dem 14. bis 16. Jahrhundert ablesen: An den Stadttoren wurden elegante Madonnenfiguren angebracht, 1464 wurde das stattliche Rathaus errichtet, die Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena wurde im gotischen Stil erweitert und erhielt die prachtvollen Buntglasfenster, im Jahr 1490 erhielt Tilman Riemenschneider den Auftrag für den monumentalen Hochaltar, 1504 wurde dieser von Veit Stoß farbig gefasst und mit Gemälden versehen.

Das 16. Jahrhundert brachte schmerzliche Einschnitte mit sich: 1525 beteiligten sich einige Münnerstädter im „Bildhäuser Haufen“ am Aufstand gegen den Adel und die Kirche. Nach dessen Niederschlagung wurden die Rechte der Stadtbürger stark eingeschränkt.

Nachdem bereits 1354 die Hälfte der Stadt unter die Herrschaft der Würzburger Bischöfe gelangt war, wurden diese nach dem Aussterben der Henneberger Grafenlinie 1585 zu den alleinigen Stadtherren. In der Folge zwang Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn diejenigen Bürger, die sich der protestantischen Lehre angeschlossen hatten, wieder zum Katholizismus zu konvertieren oder die Stadt zu verlassen. Daraufhin verließen 80 meist wohlhabende Familien die Stadt, wodurch das soziale Gefüge in der Stadt gehörig durcheinander geriet.

Andererseits wertete der Bischof Münnerstadt durch eine intensive Bautätigkeit auf: Die imponierende Zehntscheune wurde gebaut; die Stadtpfarrkirche und das Obere Tor erhielten ihre heutige Gestalt. Das Spital wurde reformiert und trägt seither als Juliusspital den Namen des Bischofs. Es ist heute als Altenheim eine wichtige Einrichtung in der Stadt.

Im 17. Jahrhundert litt Münnerstadt wie viele andere Orte unter dem 30-jährigen Krieg. Die abgebrochene Belagerung durch protestantische Truppen im Jahr 1641 ist bis heute sehr präsent: Zum einen wird am Fest der Geburt der Gottesmutter Maria (8. September) aus Dankbarkeit für die Errettung der Stadt alljährlich eine feierliche Prozession zu den Stadttoren durchgeführt. Zum anderen wird das Ereignis alljährlich in dem weithin bekannten Laienschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ zu neuem Leben erweckt.

Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn war es, der 1660 das erste und lange Zeit einzige Gymnasium der gesamten Region gründete. Lange Zeit vom Augustinerorden geführt, wurden hier Schüler aus einem sehr weiten Einzugsgebiet ausgebildet. So wurde Münnerstadt für Generationen von Schülern der Inbegriff einer glücklichen Schulzeit und umgekehrt drückten Schüler und Lehrer der Stadt ihren Stempel auf und machen sie bis heute zu einem auffallend weltoffenen und vielfältigen Ort.

Die historischen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts ließen auch in Münnerstadt eine neue Zeit anbrechen: Die Stadt wurde ab 1803 bayerisch. Als Sitz eines Landgerichts und mehrerer Ämter wurde sie ein Provinzzentrum am Rande des Königreichs. Nachdem Münnerstadt 1862 dem Landkreis Bad Kissingen zugeschlagen wurde, wurden allerdings nach und nach sämtliche Verwaltungsaufgaben nach dort verlagert.

Bereits 1868 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz und damit der Einstieg in die Moderne, deren angenehme wie auch negativen Seiten Münnerstadt zu spüren bekam.

Zum Ende des 2. Weltkriegs kam es durch einen Bombenangriff zu ernsten Schäden im Stadtbild. Der Zuzug von Flüchtlingen wirkte sich spürbar auf die Bevölkerungsstruktur aus. Durch die deutsche Teilung geriet Münnerstadt in eine Randlage – die Zuganbindung wurde stillgelegt.

Mit der Wiedervereinigung fand sich Münnerstadt dann inmitten des geeinten Deutschlands wieder. Der Bahnverkehr wurde wieder aufgenommen, und mit der Fertigstellung der A 71 erhielt Münnerstadt 2005 einen eigenen Autobahnanschluss. Bereits 1990 war die historische Altstadt durch die Eröffnung der Umgehungsstraße vom Durchgangsverkehr entlastet worden.

Neben das Gymnasium trat in der Nachkriegszeit eine weitere bedeutende Bildungseinrichtung: aus der Zusammenlegung der Berufsschulen des Landkreises entstand das Berufsbildungszentrum (BBZ), das heute einen erfolgreichen Verbund aus sechs Berufsfachschulen bildet und zum Schuljahr 2020/21 einen Neubau am Rande der Münnerstädter Altstadt beziehen wird.

Bundesweite Bekanntheit erhält die Stadt zudem durch das 2005 eröffnete Bundesausbildungszentrum der Bestatter.

Neben diesem Charakter als Ausbildungsstadt für junge Leute, der Münnerstadt zu einem lebendigen, für die Zukunft gerüsteten Ort macht, wird es gegenwärtig auch durch die Aktivitäten der Carl-von Hess’schen Sozialstiftung geprägt. Durch sie entstanden in den jüngsten Jahren mehrere Einrichtungen der Altenpflege und des altersgerechten Wohnens. Im Hinblick auf die Bevölkerungsstruktur in Deutschland ist auch dies eine zukunftsweisende Entwicklung.

Durch die Eingemeindung von 10 umliegenden Dörfern im Zuge der Gebietsreform 1972 wuchsen die Fläche und die Einwohnerzahl Münnerstadts mit einem Schlag gewaltig an. Diese Ausmaße stellen zugleich eine große Bereicherung und eine gewaltige Herausforderung dar.

Die Herausforderung besteht für die Politik und die Verwaltung darin, den Bedürfnissen von bis zu 20 km voneinander entfernten Ortschaften gerecht zu werden. Die Bereicherung liegt in der wirtschaftlichen aber insbesondere der kulturellen und gesellschaftlichen Ebene: das Stadtgebiet Münnerstadts umfasst über 93 qkm der äußerst reizvollen Kulturlandschaft zwischen Rhön und Grabfeld, mit einzigartiger Natur, pittoresken Dörfern und reizvollen Ausblicken. Einige kleine bis mittelgroße Unternehmen tragen zum Auskommen der Menschen bei, ohne die schöne Landschaft zu beeinträchtigen. Die Stadt ist stolz auf über 100 aktive Vereine. Sie besitzt mit dem Kloster Maria Bildhausen eine Einrichtung des Dominikus-Ringeisen-Werks für Menschen mit Behinderungen, die durch ihre vielfältigen Aktivitäten einen unbezahlbaren gesellschaftlichen Beitrag leistet. Einer der schönsten und größten Golfplätze Deutschlands befindet sich im Münnerstädter Stadtgebiet.

Die Liste, was Münnerstadt heute ausmacht, ließe sich fortführen, doch lässt es sich auch ganz einfach auf den Punkt bringen:

Münnerstadt – 1250 Jahre Stadt, Land, Leben